... 2010

"Kini": Sorge ums Hotel

Von der Kur- zur Faschingshochburg mutierte gestern Bad Aibling. Über 25000 Schaulustige säumten nach ersten Schätzungen der Polizei beim Faschingszug die Straßen. Neben dem Datenkauf von Steuersündern kümmerte sich der "Kini" selbst um das Aiblinger Dauerthema "Ludwigsbad".

OVB
Tanzten hoch auf dem Königswagen: Die Aiblinger Tollitäten Prinzessin Stefanie I. und Prinz Hubert II.

Bad Aibling - Pünktlich um 13.33 Uhr rollte der Tross - angeführt von der Dreder Musi - in die Rosenheimer Straße ein. Eines der ersten Zugmotive betraf dann auch gleich die Kurstadt: König Ludwig II., im Kreiselbrunnen stehend, hatte das Ludwigsbad im Schlepptau. Unter dem Credo "Keiner will es haben, der Ludwig, der geht baden!" nahm es die jahrelangen Verkaufsverhandlungen aufs Korn.

Gut zwei Stunden rollte der Zug durch die Stadt, und lokale Themen wie die Aiblinger Saitensprünge und die Landesgartenschau in Rosenheim wurden ebenso aufs Korn genommen wie die Schweinegripppe, der Kauf der Steuerdaten-CD, Nacktscanner am Flughafen, Bauer sucht Frau oder sportliche Themen wie "Ferarri is er nimmer treu, jetzt fahrt Schumi für Auerbräu".

Mit dabei auch die Partnerstadt Ebersberg, die in ihrem 13er-Bob von Angela Merkel und Guido Westerwelle angeschoben wurde. Gestern noch per Bus angereits: eine Gruppe aus Aiblings italienischer Partnerstadt Cavaion/Veronese, die lautstark als Trommler mitmarschierte. Dazwischen immer wieder Musikgruppen wie die Spielmannszüge aus Beyharting und Rosenheim sowie einige Fußgruppen, unter anderem zum Thema Klimawandel unter dem Motto "Den Eisbären ist nicht nach Witzen, sie fangen langsam an zu schwitzen" oder der Trommlerzug Pullach, der faschingsmäßig schon gestern mit der WM-Warm-Up-Party begann.

Mit Prunkwagen waren die Kindergarde des Trachtenvereins D'Oberlandler, der Aiblinger Senat samt Gilde und Tollitäten vorgefahren. Königlicher Besuch samt Gilden war auch aus Kolbermoor, Bernau und Vagen angereist. Den Schlusspunkt unter den Faschingszug 2010 setzten die "Dausda Hoiza" mit ihrem Motivwagen zur Wirtschaftskrise. Anschließend setzte sich auf dem Marienplatz und in der Kirchzeile das Faschingstreiben mit Live-Musik bis in die Abendstunden fort. Unter den Faschingsnarren: eine Abordnung des Landesverbands Oberbayern im Bund Deutscher Karneval mit Vizepräsident Peter Steinberger an der Spitze.

Einziger Wermutstropfen des ansonsten friedlichen Faschingszuges: In letzter Sekunde konnte ein Polizist einen Buben vor dem Überfahren retten. Der zirka Sechsjährige war so ins Bonbon- aufheben vertieft, dass er einen Faschingswagen übersah. Der Beamte riss ihn geistesgegenwärtig zurück. Der Bub kam mit dem Schreck davon. uhe/sm

www.rosenheim24.de/fasching