... einst & heute

Seit mittlerweile knapp 30 Jahren schlängelt sich im zweijährigen Rhythmus der Aiblinger Gaudiwurm durch die Innenstadt.

Bunte Wägen bahnen sich ihren Weg vom Volksfestplatz vorbei am Marienplatz Richtung Bahnhof und wieder zurück. Und seit knapp 30 Jahren bin ich mitten drin im Getümmel. Selbst eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen hängt mit dem Faschingszug zusammen. Auf Papa’s Schultern mit großen Augen neidisch den größeren Kindern beim Bonbonaufsammeln zusehen ist mir im Gedächtnis hängen geblieben. Ein paar Jahre später war ich dann selber schon am wuseln. Zwischen den Beinen der Erwachsenen auf der Jagd nach Süßkram der von den Wägen geworfen wurde, war einfach klasse. Und die Ausbeute war beachtlich. ( zum Leidwesen meiner Mutter die es vorgezogen hätte, wenn ich mich nicht mit Bonbons voll gestopft hätte) . Mit 10 Jahren war dann mein erstes Jahr als Zeichenverkäufer. Klingel putzen bei den Nachbarn war angesagt. Meine Verkaufserfolge waren gut und neben den Einnahmen von denen ein Teil an den EHC Bad Aibling (heute Aibdogs) gingen blieb das ein oder andere Päckchen Kaugummi oder eine Tüte Gummibärchen, das ich als Trinkgeld bekam natürlich in meinem Besitz.

Die Jahre zogen ins Land, ich wurde älter und bekam schön langsam die andere Seite des Faschingszuges mit. Erstaunlicherweise war das ganze nämlich eine super Gelegenheit mitten in der Stadt zu feiern. Man trifft so ziemlich einen jeden den man kennt- egal ob man ihn erst gestern oder vor 1 Jahr das letzte mal gesehen hat- und alle sind bester Laune! Und der Faschingszug ist ja längst nicht vorbei wenn der letzte Wagen im Ziel ist. Danach geht’s ja erst richtig los. Alle Kneipen sind voll und auch auf dem Marienplatz tummelt sich das bunte Volk noch zu Hauf und grad schön war's immer.

Verpasst habe ich nur einen Zug. Da hatte ich unbedacht meinen Urlaub zum falschen Datum gelegt und dachte 2000 km weg von daheim den ganzen Tag nur daran was ich gerade verpasse.

Nur eins fehlte mit noch. Aktiv am Zug teilzunehmen.

Und diese Möglichkeit bot sich mir als als im Jahre 2006 das Amt des Prinzen angeboten wurde- und ehrlich gesagt war das auch der ausschlaggebende Grund für mich das Ehrenamt anzunehmen. Als dann der große Tag da war, alle trafen sich alle am Volksfestplatz. Ich, gemeinsam mit meiner wunderschönen Prinzessin Karin, die Gardemädles und die Elfer standen um unseren prächtigen Wagen- gezogen von 2 weißen Schimmeln (na ja- zugegebenermaßen ziemlich hölzernen Schimmeln) herum und warteten auf's Startsignal. Und dann ging's auch schon los. Und es war einfach klasse. Mit beiden Händen brachte diesmal ich kiloweise Bonbons, bunte Ketten, Plastiohrringe und anderen Plunder unters Volk.

Überall wurde uns zugejubelt und viele Freunde und Bekannte waren in der Menge zu sehen. Als wir nach gut 2 Stunden wieder am Volksfestplatz ankamen war ich kaputt aber glücklich.

Dieses Jahr werde ich den Zug wieder aus der Menge heraus bewundern dürfen- und ich bin sicher ich werde wieder viele Bekannte treffen. Ich freu mich schon drauf.....